Planetenrührwerke
Wenn das Produkt stehen bleibt, muss das Werkzeug zum Produkt wandern. Genau das leistet ein Planetenrührwerk.
Kurz erklärt
Die Rührwerkzeuge drehen sich nicht nur um die eigene Achse, sie kreisen zusätzlich um die Mitte des Behälters. Durch diese Doppelbewegung erreicht das Werkzeug jeden Punkt im Behälter einschließlich der Wand, ohne dass das Produkt fließen muss. Bei zähen Massen würde ein mittig sitzender Rührer nur einen Trichter drehen, während der Rest unberührt bliebe.
Ausstattung
Eingerührte Luft wird abgeführt. Bei Pasten entscheidend, weil Blasen sonst im Produkt gefangen bleiben.
Doppelmantel mit Heiz- oder Kühlkreis. Die Viskosität hängt stark von der Temperatur ab.
Verhindert Anhaften an der Wand, erleichtert die Reinigung und verbessert die Wärmeübertragung.
Für die Zonen 1/21 und 2/22, Zone 0/20 auf Anfrage. Ausführung gemäß UVV, BG Chemie und CE.
Das Rührwerk fährt in und aus dem Behälter. Die Anlage läuft weiter, während die fertige Charge entleert wird.
Zähe Massen laufen nicht von selbst heraus. Ausdrückstempel entleeren nahezu rückstandsfrei.
Baureihen
Die Baureihe ist der Ausgangspunkt, ausgelegt wird auf Ihre Mischaufgabe.
| Baureihe | Behälter | Antrieb | Drehzahl | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| HR 15 | 15 l, doppelwandig | 1,5 kW | 30 bis 120 U/min | Heizung bis ca. 100 °C, Wandabstreifer, Dosiertrichter |
| HR 50-ex | 50 l, einwandig | 4 kW | 30 bis 110 U/min | Ex-Zone 1, Hauptschaltschrank außerhalb der Zone |
| HR-S 2 DP | 2 l, doppelwandig | 1,5 kW | 25 bis 100 U/min | Doppelplanet, bis 80 °C, GMP und FDA beachtet |
Typische Produkte
Überall dort, wo die Masse steht statt zu fließen.
Dichtungsmassen, Klebstoffe, Lötpasten, keramische Massen.
Cremes, Salben, Gele, Zahnpasta, Lidschatten.
Quarkzubereitungen, Feinkostsalate, Pizzateig.
Auslegung
Wie sich Ihr Produkt unter dem Werkzeug verhält, zeigt sich am echten Produkt. Im Technikum fahren wir Versuche und nehmen die Kennlinie der Antriebsleistung auf. Aus dieser Kurve lässt sich später ablesen, wann eine Charge homogen ist.
Erst danach legen wir Werkzeug, Drehzahl und Antrieb fest.
Planetenrührwerke
Zwölf Fragen aus dem Alltag am Telefon. Wenn Ihre nicht dabei ist, rufen Sie durch.
Für zähe, pastöse und nicht fließfähige Massen, die sich nicht von selbst zum Rührorgan bewegen. Typisch sind Dichtungsmassen, Klebstoffe, Lötpasten, keramische Massen und Cremes. Bei solchen Produkten würde ein zentral sitzender Rührer nur ein Loch in die Masse drehen und der Rest bliebe unberührt.
Weil sich die Rührorgane wie Planeten bewegen: Sie drehen um die eigene Achse und kreisen gleichzeitig um die Mitte des Behälters. Durch diese Doppelbewegung erreicht das Werkzeug jeden Punkt im Behälter einschließlich der Wand, ohne dass das Produkt fließen muss.
Eine Bauform mit zwei umlaufenden Rührorganen, unsere Baureihe HR-S 2 arbeitet so. Die beiden Werkzeuge greifen ineinander und schieben das Produkt gegenseitig ab. Das verkürzt die Mischzeit bei sehr zähen Massen und verhindert, dass Material am Werkzeug stehen bleibt.
Ja, das ist der Normalfall bei uns. Die Baureihe ist der Ausgangspunkt, ausgelegt wird auf Ihre Mischaufgabe: Behältervolumen, Rührorgan, Antriebsleistung, Temperierung und Steuerung stimmen wir auf Ihr Produkt ab. Auch reine Sonderkonstruktionen bauen wir, wenn es die passende Maschine nicht gibt.
Von 2 bis 2.500 Litern Behältervolumen. Der Bereich reicht damit von Labor- und Technikumsgrößen bis in die Produktion. Wichtig ist, den Füllgradbereich früh festzulegen, weil ein Planetenrührwerk bei sehr geringer Füllung anders arbeitet als bei voller.
Ja, und bei Pasten ist das oft entscheidend. Eingerührte Luft bleibt in zähen Massen gefangen und zeigt sich später als Blase im Produkt oder in der aufgetragenen Naht. Unter Vakuum wird sie beim Mischen abgeführt. Wir führen Anlagen bis 5 mbar aus.
Die Temperierung läuft über den Behälter, üblich ist ein Doppelmantel mit Heiz- oder Kühlkreis. Bei zähen Produkten ist das oft nötig, weil die Viskosität stark von der Temperatur abhängt und die Mischenergie das Produkt zusätzlich erwärmt. Gerührt wird bei uns bis 300 °C.
Ja, unsere Baureihe HR 50-ex ist dafür ausgeführt. Bei lösemittelhaltigen Produkten ist das der Regelfall. Der Ex-Schutz umfasst Antrieb, Sensorik, Steuerung und Potenzialausgleich und muss von Anfang an geplant werden, weil er die Konstruktion bestimmt. Nennen Sie die Zone in der Anfrage.
Über gut zugängliche Werkzeuge und einen Behälter ohne Toträume. Bei Produktwechseln ist die Reinigbarkeit oft wichtiger als die Mischleistung, weil Rückstände in zähen Massen die nächste Charge verderben. Sagen Sie in der Anfrage, wie oft Sie das Produkt wechseln, das ändert die Konstruktion.
Von selbst läuft sie nicht heraus. Dafür gibt es Entleerungsstationen, die das Produkt mit einer Platte aus dem Behälter drücken, unsere Baureihe HBE-200 arbeitet so. Sinnvoll ist, Mischen und Entleeren zusammen zu planen, sonst steht die fertige Charge im Behälter fest.
Bei Planetenrührwerken ist das üblich: Der Behälter wird unter das Rührwerk gefahren, gemischt, und der nächste Behälter kommt darunter. So läuft die Anlage weiter, während die fertige Charge entleert wird. Dafür müssen die Behälter maßlich zueinander passen.
Über die aufgenommene Antriebsleistung, über die Mischzeit und über Probennahme. Bei vielen Produkten steigt oder fällt der Leistungsbedarf charakteristisch, wenn die Homogenität erreicht ist. Solche Kennlinien nehmen wir im Technikum auf und legen die Steuerung darauf aus.
Ihr Ansprechpartner
Schildern Sie uns die Mischaufgabe oder senden Sie die Zeichnung. Wir melden uns mit einer belastbaren Aussage.